"Street Photographie" - Thomas Wilden (Photo-Journalist)

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Mittwoch, 30. März 2016

Fernand Léger. Malerei im Raum, Eröffnung: Freitag, 8.4., 19.30 Uhr, Ausstellung: 9. April 2016 – 3. Juli 2016, Museum Ludwig Köln

Im Jubiläumsjahr des Museum Ludwig wirft die Ausstellung Fernand Léger. Malerei im Raum ein neues Licht auf einen der vielfältigsten und einflussreichsten Künstler der Moderne, der nach einer Synthese der Künste strebte.

Installationsansicht “Les Plongeurs” im Wohnzimmer von Wallace K. Harrison, undatiert, Fotograf unbekannt, Courtesy Galerie Gmurzynska, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Malerei im Raum ist die erste Überblicksausstellung, die das Augenmerk auf Fernand Légers Wandgemälde und Wandmalereien richtet. Die intensive malerische Auseinandersetzung mit dem gebauten Raum war für den gelernten Architekturzeichner Léger von höchster Bedeutung. Von Légers Bestreben, die Malerei über die Grenzen der Staffelei hinaus zu erweitern und in den sozialen Raum und in die Architektur zu integrieren, zeugen eine Vielzahl an realisierten und nicht realisierten Projekten.
Ausgangspunkt dieser Ausstellung ist das Wandgemälde Les Plongeurs (Die Taucher, 1942), welches Léger für das Privathaus des New Yorker Architekten Wallace K. Harrison realisierte und das Peter und Irene Ludwig vor 30 Jahren speziell für den 1986 eröffneten Museumsbau erwarben. Seitdem befindet sich das Wandgemälde in der Sammlung des Museum Ludwig.
Léger (1881-1955) entwickelte enge Verbindungen zu Schlüsselfiguren der modernen Architektur wie Robert Mallet-Stevens, Le Corbusier, Charlotte Perriand, Wallace K. Harrison, Paul Nelson, André Bruyère, und Carlos Raul Villanueva. Sich selbst als idealen künstlerischen Partner und engsten Verbündeten der Architekten bezeichnend, ermutigte er sie, ihn in ihre Projekte miteinzubeziehen. So wollte er Farbe und Leben auf ihre weißen, neutralen Wände bringen und der modernen Architektur helfen, sich in den Alltag zu integrieren, um das menschliche Leben durch die soziale und psychologische Wirkung von Farbe zu verbessern.
Fernand Léger. Malerei im Raum erkundet die Früchte dieses Dialogs und verfolgt die Entwicklung des Malers von den frühen 1920er Jahren bis zu seinem Tod 1955. Dabei unternimmt die Ausstellung eine Neubewertung seines malerischen Werkes im Kontext von Architektur und Alltagsleben.
Zu entdecken sind faszinierend vielfältige Arten und Ebenen der Zusammenarbeit zwischen Maler und Architekten. Die Ausstellung hebt wegweisende temporäre und permanente malerische Interventionen Légers im öffentlichen und privaten Raum hervor. Darunter fallen Häuser, Wohnungen, Kirchen, ein Schiff, öffentliche Gebäude und Weltausstellungen. Zu entdecken sind auch nicht realisierte, weniger bekannte, experimentelle Projekte und Studien, an denen Léger mit seinen Architekten-Freunden gearbeitet hat. Erstmalig werden einzelne Projekte und Wandgemälde mit Gemälden, Zeichnungen, Entwürfen und Vorstudien in einem Gesamtzusammenhang präsentiert. Durch Archiv- und Quellenmaterialien wie Fotografien, Korrespondenzen und Publikationen wird der historische Kontext veranschaulicht.

Die Ausstellung versammelt eine Auswahl an besonders bedeutenden noch existierenden großformatigen Wandgemälden Légers, die nur äußerst selten zu sehen sind, bzw. bislang ihren Ursprungsort kaum verlassen haben, wie Le Transport des Forces, das Léger für das Palais de la Découverte anlässlich der Weltausstellung 1937 schuf, ein weiteres monumentales Wandgemälde, welches Léger auf Einladung von Charlotte Perriand für die Triennale di Milano 1951 realisierte sowie ein abstraktes Wandgemälde, das Léger für das Kreuzfahrtschiff Lucania 1953 konzipierte.

Neben dem Schwerpunkt der Wandgemälde bezieht die Ausstellung auch ausgewählte frühe Arbeiten Légers in den Bereichen des experimentellen Films, Grafikdesigns, vor allem seine Wand- und Bodenteppich-Entwürfe sowie Kostüm- und Bühnenbildentwürfe mit ein. Diese Projekte verorten Légers Wandgemälde in einem größeren Zusammenhang und zeigen, wie er ständig versuchte Malerei von der Leinwand in den Raum und in den Alltag zu bringen.

Die Ausstellung vereint erstmalig rund 170 Werke sowie umfangreiches Quellenmaterial, mit bedeutenden Leihgaben aus wichtigen europäischen und amerikanischen Sammlungen, wie dem Museum of Modern Art, dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York, dem Art Institute of Chicago, der Menil Collection in Houston, dem Kunstmuseum Basel, dem Centre Pompidou, dem Centre national des arts plastiques in Paris, dem Musée National Fernand Léger in Biot, dem Dansmuseet Stockholm, dem Centre Canadien d’Architecture in Montréal, dem Charlotte Perriand Archives und der Fondation Le Corbusier in Paris.
Kuratorin: Katia Baudin
Es erscheint ein Katalog in deutscher und englischer Ausgabe im Hirmer Verlag, 312 S., ca. 350 Abb., mit Aufsätzen von Jacques Barsac, Katia Baudin, Anne Dopffer, Diana Gay, Jan de Heer, Roxane Jubert, Giovanni Lista, Petra Mandt, Friedhelm Mennekes, Kathrin Michel, Donato Severo, Anna Vallye und Sarah Wilson, sowie umfangreiches zum Teil unpubliziertes Archivmaterial und Primärtexte von Léger und seinen Architektenfreunden und weiterer Protagonisten der Ausstellung.
Ausstellungsarchitektur: mvprojekte, Graphik: Tino Graß
Die Ausstellung wird unterstützt von der Peter und Irene Ludwig Stiftung, der RheinEnergie als Jubiläumspartner, DS Automobiles, den Freunden des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig e.V. sowie der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig e.V.
Ihre Gesprächspartner:
Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig
Brigitte Franzen, Vorstand der Peter und Irene Ludwig Stiftung
Katia Baudin, Kuratorin der Ausstellung
 Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln
Telefon:+49-221-221-26165
www.museum-ludwig.de, info@museum-ludwig.de

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