"Street Photographie" - Thomas Wilden (Photo-Journalist)

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Donnerstag, 14. Januar 2016

Leben nach Luther : eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses, 14. Januar bis 5. März 2016, Koblenz, Aktuelle Veranstaltungen im LBZ


14. Januar bis 5. März 2016, Koblenz:
Ausstellung Leben nach Luther : eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses. Ausstellungseröffnung am 14. Januar


Die Pfarrerskinder, Johann Peter Hasenclever, um 1847. Quellennachweis: © Stiftung Sammlung Volmer, Wuppertal

Eine Wanderausstellung des Deutschen Historischen Museums in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Internationalen Martin Luther Stiftung (IMLS), gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Donnerstag, 14. Januar 2016, 19 Uhr
Ausstellungseröffnung mit Vortrag von Dr. Annette Gerlach, LBZ
Laufzeit der Ausstellung: 14. Januar - 5. März 2016

Von 2014 bis 2017 schickt das Deutsche Historische Museum seine Wanderausstellung Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses" bundesweit auf Reisen. Hervorgegangen aus der gleichnamigen umfassenden Sonderausstellung präsentiert die Wanderausstellung auf 30 Bild- und Texttafeln in verknappter Form die Ausstellungsthemen vom Ursprung des evangelischen Pfarrhauses bis zu seiner Gegenwart. Das evangelische Pfarrhaus als Lebensform ist seit Jahrhunderten Projektionsfläche gesellschaftlicher und familiärer Ideale. Es gilt als Hort universeller Bildung und bürgerlichen Lebens, als Vorbild christlicher Lebensführung und als Ursprung vielfältiger Zeugnisse aus Literatur, Philosophie und Wissenschaft. Die Entwicklung dieser gesellschaftlich prägenden Institution zeichnet die Wanderausstellung von der Reformation bis zur Gegenwart nach.

In mehreren Kapiteln umreißt die Ausstellung ihr Thema: Ursprung von Pfarrfamilie und Pfarrhaus im Zusammenhang der Reformation; Amtstrachten und Amtspflichten; Statusfragen der Pfarrfamilie im gesellschaftlichen Gefüge; die geistige und ökonomische Ausstattung des Pfarrhauses; Leistungen in Geistes- und Naturwissenschaften, die es hervorbrachte. Nicht zuletzt berührt die Ausstellung das Verhältnis von Pfarrhaus und Politik im 20. Jahrhundert. Schließlich amtieren derzeit eine Bundeskanzlerin, die in einem evangelischen Pfarrhaus aufgewachsen ist, und ein Bundespräsident, der lange Jahre als evangelischer Pastor gewirkt hat.


Weitere Bilder folgen ...

Kommentare:

  1. Hasenclever, Johann Peter - Die Pfarrerskinder, um 1847

    Dieses Werk kann wohl als eines der künstlerisch ausgereiftesten Kinderdarstellungen des Remscheider Malers gelten.

    Mit dieser Arbeit griff Hasenclever wie bei den Darstellungen des „Bürgerlichen Lebens“ neben der öffentlichen auch die private Seite der Erziehung auf und stellte sie zur Diskussion.

    Das knapp querformatige Ölgemälde zeigt das kindliche Spiel eines gut bürgerlichen Geschwisterpaares. In einer Stube des Pfarrhauses haben die Kinder des Kirchenmannes, reichlich versorgt mir Nürnberger Spielwaren, ein Spalier an Häusern, Bäumen und Schäfchen aufgebaut, und spielen Kirchgang.

    Der Junge, versehen mit Vaters Allonge-Perücke und mächtigem Stock, hat sich als zusätzliches Zeichen seiner Würde das Bäffchen, den geteilten Pastorenkragen eines reformierten Pfarrers, umgebunden und ein gewaltiges Buch, vermutlich die Bibel, unter den Arm geklemmt. Mit zum Himmel gerichtetem Blick schreitet er hoch erhobenen Hauptes äußerst bedeutsam daher.

    An seiner Seite geht eingehackt und mit niedergeschlagenem Blick seine Schwester.

    Auch sie ist mit Hilfe des mütterlichen Hutes und Schleiers in die Erwachsenenrolle geschlüpft und trägt ebenfalls ein allerdings mit zierlichen Verschlüssen geschmücktes Gesangbuch gut sichtbar bei sich.

    Von der bildflächenparallelen Rückwand aus bewegen sie sich in die imaginäre Straße entlang auf die Kirche zu, die links unten im Bild zu sehen ist und auf die bereits etliche Schäfchen zustreben.

    Vom Bildrand links überschnitten kann der Betrachter einen großen Papageikäfig erkennen. Rechts vom Tisch gewährt der Maler einen Durchblick in einen weiteren Raum, in dem sich der Pfarrer und seine Frau befinden.

    Hier wird im Spiel der Kinder die Einfalt der Eltern offenbar. Im vollen Bewusstsein seiner Würde stolziert das Bürschchen ebenso aufgeblasen daher, wie es der Herr Papa wohl üblicherweise tut und in züchtiger Demut begleitet ihn das Schwesterchen mit der kaum verhohlenen Dünkelhaftigkeit seiner Frau Mama.

    Der Papagei im Käfig und der beschauliche Kaffeetisch im Hintergrund lassen im Zusammenhang mit der Hauptszene noch weitere bedeutsame Schlüsse zu.

    Dieser Kirchenmann erarbeitet sich das Wort Gottes nicht mit Mühsal und innerer Not und seine Predigten mögen den Leistungen des intelligenten Tieres nicht gar so fremd sein.

    Doch neben dem Verhalten der Erwachsenen, das hier durch Einblick in die Privatsphäre entlarvt wird, werden diesem Bild auch wesentliche Aussagen zum Privatbereich der familiären Beziehung getroffen, die verbreiteten romantischen Vorstellungen krass entgegenstehen (Zitat Knut Soinè).



    http://www.stiftung-volmer.de/main.php?g2_itemId=2578

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  2. "“Pfarrers Kinder und Müllers Vieh geraten selten oder nie” samt Katharina von Bora (ihres Zeichens "Pfarrfrau" folgen in Kürze ... (*)

    LG

    (*) Nein, natürlich nicht in Persona, sondern eine kurze Zusammenfassung des Vortrages von der gestrigen Vernissage

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